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NEUE PHYSIO Blog

MRT oder Bewe­gung? Was bei Schul­ter­schmer­zen wirk­lich zählt

veröffentlich am 22. März 2025

Viel­leicht kennst du das: Deine Schul­ter tut weh, du schläfst schlecht, Bewe­gung fällt schwer – und du fragst dich, was eigent­lich los ist. Also gehst du zum Arzt, hoffst auf ein Bild, das zeigt, wo das Problem liegt. Ein Rönt­gen­bild. Ein MRT. Haupt­sa­che: Klarheit.

Doch was, wenn genau dieses Bild gar nicht die Antwort liefert, die du brauchst?

Schmerz ist nicht immer sichtbar

Der briti­sche Physio­the­ra­peut Jeremy Lewis beschäf­tigt sich seit Jahren mit Schul­ter­schmer­zen. Und er stellt fest: Viele Verän­de­run­gen, die man auf Bildern sieht – wie Sehnen­risse, Kalk oder Verschleiß – haben oft nichts mit deinen Schmer­zen zu tun. Solche Befunde zeigen sich auch bei Menschen, die keine Beschwer­den haben.

Trotz­dem werden darauf­hin oft Behand­lun­gen einge­lei­tet: Sprit­zen, Opera­tio­nen, Scho­nung. Die Studi­en­lage dazu ist klar: Viele dieser Maßnah­men bringen keinen spür­ba­ren Vorteil – zumin­dest nicht langfristig.

Beson­ders eindrucks­voll sind soge­nannte Placebo-Studien. Dabei werden Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten in zwei Gruppen aufge­teilt: Eine Gruppe bekommt einen echten Eingriff – zum Beispiel eine subakro­miale Dekom­pres­sion, eine SLAP-Repair oder eine Bizeps-Tenodese. Die andere Gruppe wird zwar wie bei einer Opera­tion vorbe­rei­tet, bekommt aber keinen tatsäch­li­chen Eingriff – nur einen kleinen Haut­schnitt. Beide Gruppen denken, sie wurden operiert. Das Ergeb­nis: In mehre­ren dieser Studien verbes­ser­ten sich die Schmer­zen in beiden Gruppen – jedoch nicht stärker in der operier­ten Gruppe. Das bedeu­tet: Bei bestimm­ten Opera­tio­nen wie der subakro­mia­len Dekom­pres­sion konnte kein klarer Vorteil gegen­über einer Schein­ope­ra­tion nach­ge­wie­sen werden. Wichtig ist: Das gilt nicht für alle Opera­tio­nen – sondern insbe­son­dere für Eingriffe bei nicht-trau­ma­ti­schen Schul­ter­schmer­zen ohne eindeu­tige struk­tu­relle Ursache.

Was wirk­lich zählt: dein Alltag, dein Erleben

Schmerz ist mehr als eine Struk­tur im Körper. Er wird beein­flusst durch viele Dinge: Stress, Schlaf, Bewe­gung, Sorgen, Arbeit, Erfah­run­gen. Und genau deshalb braucht es auch eine andere Heran­ge­hens­weise – eine, die dich als ganzen Menschen sieht.

Was hilft? Vor allem das Verste­hen: Was passiert in meiner Schul­ter? Warum tut es weh? Und was kann ich tun, damit es besser wird?

So kannst du selbst etwas verändern

Viele Studien zeigen:

  • Bewe­gung hilft – ange­passt an das, was du kannst und brauchst.
  • Entspan­nung und guter Schlaf unter­stüt­zen die Heilung.
  • Aufklä­rung nimmt die Angst – und gibt dir wieder Kontrolle.

Du musst nicht sofort ins MRT oder unters Messer. Oft reicht ein Gespräch, eine gute Unter­su­chung und ein Plan, der dich Schritt für Schritt zurück in den Alltag bringt.

Du leidest unter Schul­ter­schmer­zen und möch­test wissen, was wirk­lich hilft?
Wir nehmen uns Zeit. Für dich. Für deine Fragen. Und für einen Weg, der dich wieder beweg­lich macht – ganz ohne unnö­tige Eingriffe.

Quelle:

Lewis, J. (2022). A letter to those provi­ding care for people with muscu­los­ke­le­tal shoulder pain. The Israel Medical Asso­cia­tion Journal, 24(6), 370–379.

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